Start ins Autojahr 25 - die falschen Rekorde
Start ins Autojahr 2025: Zu wenig Interesse an neuen Fahrzeuge - Beschäftigung sinkt
Der Jahresstart 2025 verlief auf dem europäischen Pkw-Markt ernüchternd. Der
Abstand zum Vorkrisenniveau von 2019 wird wieder größer. Auch die Gesamtwirtschaft
winkt nur mit schwachem Wachstum. Einzig der Automarkt in Spanien sticht
positiv heraus.
Kein Wunder also, wenn die
schleppende Neuzulassungskonjunktur dazu führt, dass die Autos auf den Straßen immer
älter werden. Damit profitiert der Straßenverkehr in punkto Sicherheit und Verbrauch
nicht von neuen Technologien. Das ist schlecht für unser Technologie-Image.
Das Durchschnittsalter des Fahrzeugbestandes, erreichte am 1. Januar 25 mit
10,6 Jahren einen neuen Rekordwert. Der Verkehr ist somit innerhalb nur eines Jahres
um knapp 4 Monate gealtert. Insofern ist ein anderer Rekord, nichts was uns euphorisch
machen kann: auch der Pkw-Bestand erklomm in Deutschland zu Januarbeginn mit
49,3 Mio. gemeldeten Pkw den bislang höchsten Wert.
Die alternde Gesellschaft altert auf der Straße
Die Erneuerung der Fahrzeugflotte findet kaum statt. Gerade weil die
privaten Halter häufig auf junge gebrauchte Fahrzeuge aus dem
Firmenwagenbereich zurückgreifen, anstatt Neufahrzeuge zu erwerben, ist zu
vermuten, Neuwagen sind schlicht zu teuer.
Neuzulassungsvolumina unter oder um 3 Millionen reichen einfach nicht aus, um
die zunehmende Alterung eines Bestand von knapp 50 Mio. Fahrzeugen aufzuhalten.
Vor 10 Jahren hatte das Durchschnittsalter mit 8,3 Jahren noch mehr als zwei
Jahre weniger betragen. Eine vergleichsweise hohe Dynamik verzeichnet hingegen
die Bestandsentwicklung von E-Autos.
Während vor 5 Jahren gerade einmal 239.000 Elektro-Pkw auf deutschen Straßen
zirkulierten, hat sich diese Zahl bis heute mehr als verzehnfacht. Heute sind
bereits 2,62 Mio. Bestands-Pkw mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet, ein
Anteil von über 5 Prozent der Gesamtflotte. Hiervon entfallen 63 Prozent oder
1,65 Mio. Einheiten auf rein elektrische BEV. Ihr Anteil wächst sukzessive,
2020 betrug er noch 57 Prozent. Am gesamten Bestand machten sie 3,3 Prozent aus.
Wenig Nachfrage, wenig Arbeit
Wenn das Interesse nach Autos frisch vom Montageband sinkt, so sinkt auch die Nachfrage nach Arbeit. Im Januar 25 lag die Beschäftigung in der Automobilindustrie in Deutschland um 5 Prozent unter dem Wert des Vorjahresmonats. Bei den Autoherstellern sank die Beschäftigung um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in der Zulieferindustrie um 10 Prozent. Bei den Herstellern von Anhängern und Aufbauten lag sie 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Aber es sind nicht nur Fabrikarbeitsplätze betroffen.
Ein noch niedrigerer Beschäftigungsstand in der Automobilindustrie wurde
zuletzt im Jahr 2012 verzeichnet – in der Zulieferindustrie sogar zuletzt im
Jahr 1995.
Der VDA geht davon aus, dass im Zuge der Transformation die Zahl der
Arbeitsplätze ohnehin sinken wird. Doch dieser Trend wird negativ durch die
ungünstigen Standortbedingungen hierzulande verstärkt, der Unternehmen veranlasst,
vermehrt im Ausland zu investieren. Die schwache Entwicklung des für den Export
wichtigen europäischen Marktes liefert darüber hinaus kaum Impulse für eine
zeitnahe Erholung der Investitionstätigkeit und steht der Stabilisierung der
Beschäftigungssituation in der deutschen Automobilindustrie im Weg.
Aktuelle Zahlen aus dem VDA Konjunkturbericht März 2025
Beschäftigung Jan. 25 +/- in %
- Automobilindustrie 743.700 -5%
- HG I 458.900.............. -2%
- HG II 39.100............... -3%
- HG III 245.700.......... -10%
- Automobilindustrie 39.700..... +3%
- Inlandsumsatz 13.300......+13%
- Auslandsumsatz 26.400... -1%
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